REPLACE informiert über Dorfheizungen – Info-Stand bei der Jubiläumsveranstaltung “50 Jahre Maschinenring Wolfratshausen”

Christian Eiring (Chef des Maschinenring Wolfratshausen) und Andreas Scharli (Energiewende Oberland) (v.l.n.r.)

Am Samstag, den 11. Juni 2022 lud der Maschinenring Wolfratshausen zum 50-jährigen Jubiläum nach Egling ein, und auch das Heizungstausch-Projekt REPLACE war mit einem eigenen Informationsstand vertreten. Der Verband mit 1.200 Mitgliedern kümmert sich um die maschinelle Seite der Energieholzverarbeitung. Mit solidarischem Gedanken kaufen die Mitglieder des Rings Spezialmaschinen , verwenden sie gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig.

Bei der Jubiläumsveranstaltung beriet Andreas Scharli von Energiewende Oberland am REPLACE-Stand Mitglieder des Maschinenrings, die selbst Wärmenetze betreiben. „Leute, die bereits seit 10 oder 15 Jahren Wärmenetze betreiben, werden derzeit von Anfragen überrollt. Kundinnen und Kunden wollen sich unabhängig von importiertem Öl und Gas machen und auf erneuerbare Energien aus der Region umsteigen“, so Energieberater Andreas Scharli. Das Fachpublikum der Veranstaltung unterstützte Scharli mit Informationen zum Ausbau und zum wirtschaftlichen Betrieb ihrer Netze.

Das EU-geförderte Heizungstausch-Projekt REPLACE will Bürgerinnen und Bürger zum Tausch ihrer alten und ineffizienten Heizungen und zum Wechsel hin zu klimafreundlichen Technologien motivieren. Das Projekt richtet sich außerdem an Fachkräfte, die zum Heizungstausch beraten, ihn planen und umsetzen, sowie an öffentliche Behörden und Investor*innen.

REPLACE-Webinar in Zusammenarbeit mit dem EU-Portal BUILD UP – Auf dem Weg zum erneuerbaren Heizen und Kühlen: Austausch ineffizienter Systeme im Wohnbereich

Die Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden war im Mai 2022 Hauptthema des EU-Portals BUILD UP. Hierzu passte auch das REPLACE-Webinar am 31.05.2022: Es ging um den Ausstieg aus fossilen Heiz- und Kühlsystemen und fand in Zusammenarbeit mit dem EU-Portal und dem Projekt HARP statt.

Die Podiumsteilnehmer*innen diskutierten Herausforderungen und Treiber für erneuerbares Heizen und Kühlen. Im Bild von unten nach oben: Herbert Tretter (Österreichische Energieagentur, Österreich), Vladimir Gjorgievski (SDEWES Centre, Nordmazedonien), Angel Nikolaev (Black Sea Energy Research Centre BSERC, Bulgarien), Dražen Balić (Energy Institute Hrvoje Požar EIHP, Kroatien), Ignacio Macías Rodríguez (ESCAN Energy Consulting, Spanien), Stefan Drexlmeier (Energiewende Oberland, Deutschland), Federica Sabbati (European Heating Industry EHI, EU), Karina Knaus (Moderatorin, Österreichische Energieagentur, Österreich)
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Teure Energie macht Heizen zur Kostenfalle: Kostenfreie Tools helfen beim Heizungstausch – Pressemitteilung

Die Heizungsmatrix zeigt, welche Heizsysteme für welche Häuser am besten geeignet sind. Der Heizungsrechner ermittelt die jährlichen Kosten und hilft, die beste Lösung für ein Haus zu finden.

“Die Energiepreise sind in den letzten zwei Jahren so stark gestiegen wie zuletzt während der Ölkrise 1973. Das stellt viele Haushalte vor Probleme, denn vor allem das Heizen mit Öl, Erdgas oder Kohle ist teuer geworden”, sagt Herbert Tretter, der das EU-Projekt REPLACE koordiniert. Um der “Heizkostenfalle” zu entkommen, ist es daher sinnvoll, alte, ineffiziente und meist klimaschädliche Heizungsanlagen zu ersetzen. “Wer mit Öl, Erdgas oder Kohle heizt, zahlt nicht nur viel Geld. Diese veralteten Heizsysteme gehören auch zu den klimaschädlichsten aller verfügbaren Technologien in der Raumheizung”, so Tretter weiter. Um den Umstieg auf ein neues, klimafreundliches Heizsystem zu erleichtern, gibt es im Rahmen des EU-Projekts REPLACE zwei unabhängige, kostenlose Online-Tools in neun Sprachen.

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REPLACE-Schulungsseminare, gemeinschaftliche Aktionen und Energiepreise – Themen beim Treffen des REPLACE-Konsortiums im Juni 2022

Das REPLACE-Projekt schreitet wie geplant voran. Und wie das Projekttreffen am 30. Juni 2022 zeigte, wurde bereits ein Großteil der vorgesehenen Instrumente und Aktivitäten umgesetzt, um die Menschen in den Projektregionen zu motivieren, auf erneuerbare Heiz- und Kühlsysteme umzusteigen und Energie zu sparen.

Beim Treffen im Juni 2022 ging es neben Fortschritten im Projekt REPLACE auch um die aktuelle Energiepreis-Situation.

Unter anderem wurden alle REPLACE-Trainingsseminare, einschließlich einiger Folgeschulungen, bereits durchgeführt. Fachleute in Nordmazedonien, Kroatien, Bosnien, Bulgarien und Slowenien erhielten Informationen zum klimafreundlichen Austausch von Heizsystemen und zur Unterstützung der Kunden beim Energiesparen. In Slowenien ist eine weitere Schulung für September 2022 geplant.

Ein weiteres Thema war die Durchführung kollektiver Aktionen, die eine besonders große Anzahl von Kunden gleichzeitig erreichen. Neben Dorfheizungen in Deutschland oder einem Biomasse-Logistikzentrum in Spanien plant der Partner in Nordmazedonien mit Hilfe einer Vorstudie die gemeinsame Anschaffung von Wärmepumpen und Photovoltaik in einer Wohnanlage. In Österreich wurde erstmals ein webbasierter One-Stop-Shop entwickelt, der seit Mitte Juli einen einfachen Wechsel von fossilen zu erneuerbaren und Wärmesystemen ermöglicht.

Schließlich waren auch die derzeit hohen Energiepreise ein Thema des Treffens. Einerseits verstärken sie den Wunsch nach Energieautarkie, zum Beispiel durch Wärmepumpen und Solarthermie. Gleichzeitig kann der Preisanstieg aber auch den Umstieg erschweren, wie zum Beispiel die Partner aus Bosnien und Bulgarien berichteten, wo der Preisanstieg bei Pellets den klimafreundlichen Austausch von Heizungsanlagen bremst. Auch andere Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen. In beiden Fällen helfen die REPLACE-Instrumente und -Aktivitäten, die Bemühungen um einen Heizungsaustausch in eine nachhaltigere Richtung zu lenken.

Innovationsworkshop bei den World Sustainable Energy Days – REPLACE informiert über erneuerbares Heizen und Kühlen im Wohnbereich

“Wieder hat ein Krieg begonnen, in dessen Zentrum die fossilen Brennstoffe stehen. … Und die Tatsache, dass Schlagworte wie Energieabhängigkeit, Versorgungssicherheit, Zuverlässigkeit, Preisstabilität jetzt wieder von großer Bedeutung sind, ist das einzig Gute an der Situation.”

Mit Blick auf die aktuelle Situation in der Ukraine und deren Einfluss auf den europäischen Energiesektor begrüßte Dominik Rutz (WIP Renewable Energies) mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum REPLACE Innovationsworkshop am 8. April 2022 in Wels. Im Rahmen der World Energy Efficiency Conference nutzte das REPLACE-Projektteam die Gelegenheit, sich mit den Teilnehmer*innen über erneuerbares Heizen und Kühlen im Wohnbereich auszutauschen.

Nachdem sich die Politik lange Zeit nur auf den Strom- und dann auf den Mobilitätssektor konzentriert und den Wärme- und Kältesektor vernachlässigt habe, seien nun die Konsequenzen zu spüren, so Rutz. “Das Projekt REPLACE setzt genau hier an und fördert den Umstieg von fossilen Energien auf erneuerbare Heizsysteme im Wärme- und Kältesektor.”

Roundtable beim REPLACE Workshop. Teilnehmer*innen waren Vertreter*innen der REPLACE-Regionen: (oben von links nach rechts) Karina Knaus (Österreichische Energieagentur, Österreich, Moderation), Samra Muratspahic (Enova Consultants and Engineers, Bosnien und Herzegowina), Angel Nikolaev (Black Sea Energy Research Centre (BSERC), Bulgarien), Emilija Mihajloska (SDEWES Centre, Nordmazedonien), Herbert Tretter (Österreichische Energieagentur, Österreich), Ingo Ball (WIP Renewable Energies, Deutschland)

Der Workshop stellte das Projekt REPLACE mit seinen Zielen, Instrumenten und Maßnahmen vor, gab einen Überblick über die Dekarbonisierung des Wärme- und Kältesektors in Europa und befasste sich mit den wichtigsten Herausforderungen und Triebkräften sowie möglichen Lösungen und Empfehlungen für eine erfolgreiche Umstellung auf klimafreundliche Technologien.

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Zusammen mehr erreichen – Gemeinschaftliche Aktionen im REPLACE-Projekt

Gemeinschaftliche Aktionen können die Wärmewende bezahlbarer machen, technisch effizientere Ergebnisse erzielen und das Thema klimafreundliches Heizen und Kühlen voranbringen. Beim Projekttreffen am 6. April 2022 stellten die REPLACE-Partner*innen Möglichkeiten vor, die sie in ihren Regionen umsetzen.

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Autark und klimafreundlich Heizen im Oberland

Informationsveranstaltung zu Dorfheizungen und für zukünftige Wärmelieferanten

Leibersberg packt an: Die Dorfheizung in Leibersberg, Gemeinde Riegsee, ist in viel Eigenarbeit entstanden – gut für den Klimaschutz und für die Dorfgemeinschaft. Quelle: Georg Miller

Dorfheizungen können ein guter Hebel für den Klimaschutz sein und dafür, sich unabhängig von Öl und Gas zu machen. Was bei der Planung von Dorfheizungen zu beachten ist, erfuhren am 25.2. rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Bürgermeister, Architekten und Energieberater, bei einer Online-Veranstaltung der Energiewende Oberland im EU-geförderten Heizungstausch-Projekt REPLACE.

Für den Bereich Wärme wird im Oberland fast die Hälfte der Energie aufgewendet, 44% davon in privaten Haushalten. Wie Stefan Drexlmeier von der Energiewende Oberland (EWO) bei der Veranstaltung am 25.2. berichtete, sind Dorfheizungen eine ideale Möglichkeit, neben dem Tausch einzelner Heizungen ganze Straßenzüge klimafreundlich mit Wärme zu versorgen und sich gleichzeitig unabhängig von schwankenden Energiepreisen und Öl- und Gas-Lieferungen aus dem Ausland zu machen. Auch Landrat Anton Speer (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) betonte in seinem Grußwort, dass die regionale Versorgung aus eigenen Produkten immer wichtiger werde und wies u.a. auf die Versorgung von drei Murnauer Schulen durch Waldrestholz hin.

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Viel los in den REPLACE-Regionen! Konsortialtreffen gibt Überblick über Heizungstausch-Aktionen

Am 14. Februar 2022 fand das Konsortialtreffen des REPLACE-Projekts statt und gab einen eindrucksvollen Überblick darüber, wie die Menschen in den neun Zielregionen in West-, Mittel- und Südosteuropa derzeit von den Heizungsaustauschaktionen profitieren können.

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Bezahlbar und klimafreundlich Heizen im Oberland – vier Dorfheizungen stellen sich vor

Am Samstag, den 22. Januar öffneten vier Betreiber von Dorfheizungen im Oberland ihre Türen. Interessierte Nachahmer konnten Fragen zu Planung, Bau und Betrieb stellen und erhielten Tipps aus der Praxis. Die Aktion fand in Zusammenarbeit zwischen stellvertretender Landesbäuerin Christine Singer aus Hofheim und dem EU-finanzierten Heizungstauschprojekt REPLACE von Energiewende Oberland statt.

In Antdorf hat Johann Schweyer sen. schon den Schnee auf dem Weg zum Heizhaus geräumt. Drin ist die Dorfheizung zu sehen, die seit 2009 vier Häuser mit insgesamt zwölf Haushalten zuverlässig mit Wärme versorgt. Was hat sie zum Bau motiviert? Wie überwachen die Betreiber ihre Anlagen? Und welche Tipps gibt es für Nachahmer? Neben Familie Schweyer beteiligten sich Betreiber aus Habach (Familie Strobl und Kennerknecht), Leibersberg (Georg Miller) und Hofheim (Familie Singer) bei der Aktion und beantworteten Fragen.

Alle vier Dorfheizungs-Familien haben landwirtschaftliche Betriebe und betätigen sich gleichzeitig als Wärmelieferanten für die benachbarten Häuser. Wie Josef Schweyer jun. aus Antdorf berichtet, können sie so das eigene Holz für die Holzhackschnitzelheizung einbringen und damit auch Wertschöpfung für den eigenen Betrieb erzielen. Anlass zum Bau der Anlage war in Antdorf die Planung weiterer Gebäude in der gleichen Straße und damit die Idee einer gemeinsamen Wärmeversorgung. Bei Familie Singer in Hofheim war es der Gedanke ans Alter und der Wunsch, eine einfachere Heiztechnik als Scheitholz zu verwenden. Im Gespräch mit den Nachbarn entstand dann aus Zufall die Dorfheizung für alle. Und für Markus Kennerknecht aus Habach ist der Vorteil einer gemeinschaftlichen Heizung klar: „Mit einer Dorfheizung brauchen die Leute kein Öl und keine Pellets zu kaufen, und der Ölgeruch im Keller ist verschwunden.“

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